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Enge Kooperation, aber keine Eingemeindungen (OTZ, 12.8.08)

Landrat will Landkreis "in Gänze behalten"

Eisenberg (OTZ/Bioly). Landrat Andreas Heller (CDU) hat Eingemeindungswünschen von Seiten der Stadt Jena eine Absage erteilt. "Ich möchte grundsätzlich den Landkreis in seiner Gänze behalten", sagte er jüngst im Pressegespräch als Reaktion auf einen Zeitungsartikel zum Jenaer Werben für einen "Citykreis".

Heller sieht "zurzeit keinen akuten Handlungsbedarf" in Sachen Gebietsreform. "So was geht nicht von heute auf morgen, dazu ist eine langfristige Zeitschiene nötig", sagte er. "Wir müssen die Menschen dabei mitnehmen." Die Mentalitäten seinen doch andere zwischen Stadt und Land, ein Stadtparlament ist kein Kreistag.

"Ich bin ein Urgestein, ein Saale-Holzländer", bekannte Heller, dass er die Besonderheiten der einzelnen Dörfer wertschätzt. "Es ist doch das Schöne, dass die Menschen verschieden sind. Aber alle bekennen sich zum ländlichen Raum. Wir sollten jetzt nicht neue Grenzen ziehen." Die Eingemeindungen der 90-er Jahre nach Jena seien auch nicht alle so positiv verlaufen, wie sie jetzt dargestellt werden, nannte er Drackendorfer und Ilmnitz als Beispiele.

Gleichwohl hat sich der Landrat in einem Arbeitsgespräch mit Jenas OB Schröter (SPD) für eine "weitere vernünftige Zusammenarbeit" ausgesprochen. "Es gab da in der Vergangenheit überhaupt keine Probleme zwischen Stadt und dem Landkreis", und so solle es auch künftig sein: "Ich betrachte unsere Region - Stadt und Kreis - als eine, als e i n e wichtige Wirtschaftsregion". OB Schröter habe ihm bestätigt, dass er ebenfalls daran interessiert sei, das Projekt JenArea mit neuem Leben zu erfüllen. Man wolle künftig auch die LEG stärker nutzen, um due wirtschaftlichen Stärken heruas zu stellen: das Hermsdorfer Kreuz, die Flächen der Ex-KWH, das Berufsschulzentrum Hermsdorf, die Uni und Fachhochschule Jena, die starken Jenaer Betriebe...

Wo sinnvolle Zusammenschlüsse möglich sind - etwa Zweckverbände wie der beim Veterinäramt -, solle man diese angehen. Ansonsten sieht Heller die Zukunft in "optimierter Zusammenarbeit und Kooperation". Es gebe zwischen den Fachämtern bereits sehr gute Interaktion, sagte Heller und nannte als Beispiel das Bemühen um die Kulturlandschaft mittleres Saaletal mit der "Charta von Camburg".

Ein weiteres: Der südliche und nördliche Landkreis wollen sich einbringen in die mögliche Bewerbung Jenas für die nächste Landesgartenschau. "Wir unterstützen das gern", sagte Heller, "vorausgesetzt, der Kreistag und seine Ausschüsse sind dafür."

 

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