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Füttern ist falsch verstandene Tierliebe (OTZ, 1.8.08)

Nutrias fühlen sich wohl an den Ufern der Jenaer Saale

 

Von Christine Landgraf Jena. Die Nutrias (Myocastor coypus), auch Sumpfbiber oder Biberratten genannt, gehören zur Gattung der Baumratten. Ursprünglich stammt dieses Tier aus Südamerika.

Durch die Haltung in zahlreichen Pelztierfarmen und daraus geglückten Fluchtversuchen und Freilassungen sind die Nutrias auch in Nordamerika und Europa zu finden. Vor 50 Jahren wurden erste wildlebende Populationen in Baden-Württemberg entdeckt. In diesen Tagen kann man die zutraulichen Tiere samt Nachwuchs auch am Ufer der Saale in Jena beobachten. Das rotbraune Fell der bis zu 60 cm langen und 9 kg schweren Nagetiere lässt Besucher oftmals auf einen Biber schließen. Doch der runde nackte Schwanz der Nutrias ist ein gutes Unterscheidungsmerkmal.

Am Ufer gegrabene Höhlen oder aus Treibgut gebaute Nester dienen den hauptsächlich nachtaktiven Tieren auch zur Aufzucht des Nachwuchses. Die Nutria wirft bis zu dreimal im Jahr 4 bis 10 Junge, die schon nach kurzer Zeit schwimmen können. Die Ausbreitung der Populationen erfolgt nur langsam, weil die Nutrias nicht an europäische Winter angepasst sind und oftmals unter Erfrierungen der schlecht geschützten Schwänze leiden. In Jena scheint sich die kleine Nutria-Familie mit ihren acht Nachkommen jedoch recht wohl zu fühlen, sind sie doch so zahm, dass man sie hautnah erleben kann. Zeitweise sieht es am Saale-Ufer leider so aus, als hätten mehrere Haushalte ihre Bio-Tonnen dort entleert. Der Sinn dieser Tierliebe schwindet vor dem Hintergrund, dass Nutrias am liebsten Gräser, Kräuter oder kleine Schnecken und Muscheln fressen.
 

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