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Hin zum Saaleauen-Park (TLZ, 23.6.08)
Jena. (tlz) Am Anfang war die Idee: Die hatte Edgar Dally von der Regionalen Planungsgemeinschaft Ostthüringen. In Anbetracht der Schönheit des Saaletals hatte er die Vision von einem Saaleauen-Park. Der Auftrag ging an die Landschafts- und Stadtplaner Wolfram Stock und Ingo Quaas.

Ein Beirat wurde gegründet, in dem auch die TLZ mitwirkte, Bürgermeister aus Kommunen zwischen Orlamünde und Camburg wurden eingeladen und Ideen zur Entwicklung der Landschaft links und rechts der Saale gebündelt - bis schließlich die Idee einer Charta von Camburg geboren war. Diese Charta wurde nun am Samstag auf der Camburg unterzeichnet. Ihre Unterschrift unter die Willenserklärung setzten neben Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter und Landrat Andreas Heller die Bürgermeister von Orlamünde, Rothenstein, Kahla, Porstendorf/Neuengönna, Dorndorf-Steudnitz, Kleineutersdorf, Golmsdorf, Camburg, Schöps, Dornburg und Wichmar. "Wir verpflichten uns, negative Veränderungen des Landschaftsbildes zu vermeiden, auszugleichen oder zu minimieren", heißt es in dem Text der Charta.

 

"Wir haben hier im mittleren Saaletal die kulturreichste Region Deutschlands", sagte der Kölner Wolfram Stock. Er hatte am Samstag alle Mitstreiter und Bürgermeister eingeladen, das Saaletal zwischen Kahla und Camburg mit dem Rad zu erkunden und dabei nicht nur die Schönheit der Landschaft hautnah zu erfahren, sondern auch lokale Akteure zu besuchen.

 

Erster Halt war am Paradiesbahnhof, wo Manfred Schwarz, der Betreiber des Backwaren-Geschäfts, erstmals Tische, Bänke und Sonnenschirme mit Blick zum Saaleufer aufgestellt hatte, damit die Besucher des Bahnhofs nicht nur von seinem Namen begeistert sind, sondern sich auch wohlfühlen können.

 Erwartet wurden die Radfahrer in Kunitz. "Wir möchten, dass die Behelfsbrücke, die während des Neubaus der Autobrücke nötig ist, an der Stelle errichtet wird, wo früher die Kunitzer Hausbrücke stand", sagte Lothar Schlegel, der Vorsitzende des Kunitzer Brücken- und Denkmalvereins. Dann könnten die Widerlager und Stützen nach dem Abbau der Behelfsbrücke für eine neue Hausbrücke verwendet werden. "Den Vorschlag finde ich sehr vernünftig. Wir haben die einmalige Chance, das Projekt Hausbrücke auf den Weg zu bringen", sagte Albrecht Schröter. Man müsse mit dem Land reden, ob für ein solches Objekt mit besonderer touristischer Bedeutung Fördermittel fließen.

Dass Brückenfreunde an der Saale sich in ihren Vorhaben gegenseitig stärken können, wurde in Dorndorf-Steudnitz klar. Dort wollen die Mitglieder des Vereins "Carl-Alexander-Brücke" das denkmalgeschützte Bauwerk für Fußgänger und Radfahrer erhalten, wie Vereinschef Matthias Bornschein erläuterte.

 "Wir wollen das Kleinod Saaletal weiterentwickeln mit Rad- und Wanderwegen, Blickachsen und Landschaftsbeziehungen", sagte Albrecht Schröter in Camburg. Er betrachte die Charta von Camburg als ein verbindliches Dokument. "Ich unterschreibe es, damit ich mich immer auf etwas berufen kann."

Pilotprojekte liegen inzwischen vor, angefangen von den historischen Stadtansichten in Kahla über die Erschließung der Saale als Entspannungsort für die Mitarbeiter des Gewerbegebiets Göschwitz bis hin zur Gestaltung der Stadtansicht von Camburg, wo eine Uferpromenade mit Aufgang zu Camburg entstehen soll.

 

Und das Vorhaben geht weiter. Schon hat der Burgenlandkreis am Samstag in Camburg Interesse bekundet, das Saaletal auch über die Landesgrenze hinweg mitgestalten zu wollen. - Und dann hatte Edgar Dally von der Regionalen Planungsgemeinschaft wieder eine Idee: Wenn Jena sich um die Ausrichtung der nächsten Landesgartenschau im Jahr 2013 bewirbt, könnten die Vorhaben im Saaleauen-Park spürbar beschleunigt werden.

 

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