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Willkommen Biber!

Projekt zum Schutz des Nagers gestartet

Seit Februar 2007 ist der Biber wieder in Thüringen heimisch. Der NABU Thüringen hat deshalb im Auftrag der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie das Projekt "Willkommen Biber!" für den streng geschützten Nager gestartet, das bis zum September 2008 laufen wird. Es hat das Ziel, die ersten Ansiedlungen in Thüringen zusammen mit den Menschen vor Ort zu schützen, damit der Biber eine Chance hat, unsere Gewässer dauerhaft zu bewohnen.

Fast 200 Jahre war der Biber aus Thüringen verschwunden. Ortsnamen wie Bibra im Grabfeld, Bibra bei Kahla, Bad Bibra, Bobeck, Bebra und Biberbach belegen: der kräftige Nager war einst bei uns heimisch. Zum Verhängnis wurde ihm die rücksichtslose Bejagung im gesamten Verbreitungsgebiet der Nordhalbkugel. Mitte des 19. Jahrhunderts war er in Deutschland fast ausgestorben.

Bisher wurden in Thüringen zwei Ansiedlungen an Saale und Lache nördlich von Jena bekannt. Eine Ansiedlung befindet sich in Porstendorf, die andere bei Wichmar/ Döbritschen. Über die Saale können weite Teile Thüringens wieder besiedelt werden, da sie hier das größte Flusseinzugsgebiet besitzt.

Der Biber wanderte aus dem Elbegebiet ein, wo das einstige Restvorkommen des Bibers in Deutschland überlebte. Heute wird er zwar nicht mehr bejagt, hat aber mit anderen Problemen zu kämpfen: Flüsse und Gewässer wurden schiffbar gemacht und eingedeicht, Auen erschlossen und bebaut. Der NABU Thüringen erarbeitet daher Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraumes und zur Minimierung von Gefährdungen. Gewässeranliegern und -bewirtschaftern, Jägern, Anglern sowie Land- und Forstwirten werden bewährte Möglichkeiten aufgezeigt, mit dem Biber konfliktfrei zu leben und zu wirtschaften.

Text: NABU Thüringen, www.nabu-thueringen.de


Lebensraum Saale

Wie überall in den Flüssen Mitteleuropas ist auch an der Saale nur noch wenig vom einstigen Leben geblieben. Früher kamen in der Saale etwa 40 verschiedene Fischarten vor. Gewässerausbau und Verschmutzung führten zu einem dramatischen Rückgang. Das betraf auch häufige und wirtschaftlich bedeutsame Arten.

Langstreckenwanderer wie der Lachs verschwanden schon vor 90 Jahren, typische flußwandernde Arten wie Barbe und Quappe sind stark bedroht. Für die Wanderfische war die Zerstörung der Durchgängigkeit des Flusses durch immer größere Wehre besonders folgenschwer. Immer weniger Lachse konnten die Laichplätze im Oberlauf erreichen. Mit dem Bau der Saale-Talsperren wurde der Zugang zu den Laichplätzen im Oberlauf zerstört. Ungeklärte Abwässer aus Industrie und Haushalten machten über weite Strecken jegliches Leben im Fluß unmöglich.

Nachdem sich die Wassergüte der Saale wieder gebessert hat, verhindern Querbauwerke und die Strukturarmut im Fluß eine Wiederkehr der einstigen Vielfalt.

Text: www.diesaale.de

 

 

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